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Hardcore Blank

Tagebuch ´10

Wir haben es so gewollt....

Ronny und ich wollten unbedingt eine Wintersession mit Schnee.
Da es zu Beginn des Dezember gleich einen regelrechten Wintereinbruch mit viel Schnee und Kälte gab wurde uns die Entscheidung, wann dann diese Session starten sollte, abgenommen. Die Temperaturen vielen in wenigen Tagen von einigen Grad Plus bis auf  Minus 18 Grad Celsius in den Nächten. Es bestand also akute Gefahr, dass unser Zielgewässer schnell einfrieren würde und wir so wieder nicht die Chance hätten unseren Plan in die Tat umzusetzen.



Starten wollten wir am Freitag den 03.12. und voller Panik kontrollierten wir die ganze Woche hindurch das Zielgewässer auf Eisfreiheit. Am Donnerstag kam dann  von Ronny der letzte Statusbericht : eisfrei!
Freitag kam ich dann etwa gegen 14 Uhr Zuhause an und dachte mir so, na bevor ich jetzt alles einpacke fahre ich lieber vorher noch mal schauen ob wirklich alles frei ist... lange Rede kurzer Sinn, natürlich war der ganze See in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag zugefroren.
Schnell `ne Alternative her, aber erst mal eine finden. Nach einigem Grübeln und dem Abklappern der üblichen Gewässer blieb noch genau eines übrig. Ein See der nicht unbedingt für spektakuläre Karpfenfänge bekannt ist und an dem auch  wir schon einmal eine herbe Packung bekommen haben.
Nützt nix, eine andere Wahl haben wir nicht und um Fischefangen geht es eh nur sekundär.


Gegen 16 Uhr hatten wir langsam alles aufgebaut, allerdings noch keinen Spot ausfindig machen können. So fuhr ich in der Dämmerung mit dem Schlauchboot, das  aufgrund der Kälte nur noch ein gefrorenes, klumpiges Plasteboot war, samt Echolot ins Blaue und versuchte wenigstens grob den ein oder anderen Hot-Spot zu finden. Aber wer hätte es gedacht, auch nach 1,5 Stunden paddeln, loten und klopfen hatte  ich nichts, aber auch gar nichts. Eine tolle Badewanne, die in der Mitte 18,5m tief ist und bis auf die steil abfallenden Kanten am Rand keine Features aufweist. Zum Unglück kommt auch noch Pech und so konnte ich bei allen Klopfversuchen weichen, matschigen  Untergrund ertasten.
Beste Voraussetzungen für eine ordentliche Abblankung...
Ich fuhr zu Ronny zurück, der es aus Sicherheitsgründen gar nicht ok fand mit dem Plasteboot zu fahren, und wir entschlossen uns die Ruten in Fallenstellermanier über den See zu verteilen und häufig den Platz zu wechseln. Samstag würden  wir dann erneut Loction machen, in der Hoffnung doch den einen oder anderen Spot zu finden.
Im Zelt wurde es schnell gemütlich. Wir hatte unmengen an Nahrungsvorräten mit, Ronnys DVD-Player in Verbindung mit ner ganzen Staffel King of Queens sorgten für das leichte Abendprogramm und der Propan-Heizer für eine mehr als angenehme Temperatur.  Es ist kein Scherz, dass wir schon nach fünf Minuten Brennerbetrieb Temperaturen von über 40 Grad Celsius im Zelt hatten. Draußen hingegen lagen die Temperaturen immer so um die -8 bis -10 Grad Celsius.

Wie schon erwähnt stand dann der Samstagmorgen noch mal ganz im Zeichen der Platzwahl, auch Ronny konnte sich überwinden mit mir in See zu stechen und so verbrachten  wir erneut eine ganze Weile auf dem Gewässer ohne auch nur den geringsten Zipfel zu finden.
Ich glaube insgeheim hatten wir beide ab dann die Fangchancen eh abgeschrieben und uns mehr auf den gemütlichen Teil des Campens konzentriert ohne es dem Anderen zu sagen.
Der Samstag verging bei gutem Essen, wohligen Temperaturen und jeder Menge dummen Gequatsche wie im Flug.
Sonntagmorgen nach einem ausgiebigen Frühstück packte uns so langsam die Aufbruchstimmung und wir fingen an den ganzen Krempel einzupacken, schließlich wollten wir ja Mittags wieder bei den Frauen sein...
So endete also unsere Wintersession bei härtesten Bedingungen und ohne auch nur den leisesten Piepser der Bissanzeiger. Trotzdem war diese Sitzung für mich und sicher ebenso für Ronny etwas ganz besonderes und irgendwie auch ohne Fische toll.


Stefan



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